LesenErstellt: 13.01.2024 Sie hier, ob es sich friedlich und ruhig in Carpin leben läßt oder ob Sie hier einen Ort finden werden, an dem Sie vor Kummer und Gram keinen anderen Ausweg mehr sehen, als zu sterben, denn was wir hier seit fast zwei Jahren erleben müssen, ist ein wahrer Albtraum.

Im Dezember 2021 zogen wir hier in Carpin in unser neues Zuhause ein. Wir waren sehr zuversichtlich, daß es ein schönes, ruhiges und wirkliches Zuhause wird. Im Vorfeld des Hauskaufs sprachen wir mehrmals mit unseren neuen Nachbarn, der Familie Lüdert. Wir bekamen den Eindruck, daß es sich um freundliche, rücksichtsvolle und ruhige Menschen handelt. Noch nie haben wir uns in unserem Leben so getäuscht. Wir haben hier kein neues, schönes Zuhause gefunden, sondern die Hölle auf Erden.
Das erste Mal kamen bei uns Zweifel auf, als Karl-Wilhelm Lüdert Anfang Januar 2022, vier Tage nachdem er und seine Frau Birgid Lüdert von einer längeren Reise zurückgekehrt waren, an einem Sonntag mit der Motorsäge die Sträucher und Bäume vor seinem Grundstück beschnitt. Eine derartige Rücksichtslosigkeit kannten wir von unserem alten Zuhause nicht.
Und das Jahr hatte noch viele Sonn- und Feiertage und viele davon "nutzte" Herr Lüdert, um rücksichtslos Lärm zu verursachen. Da wurden mit einem Kärcher die Rolläden gereinigt oder auch mal die Mülltonnen. Vielfach fuhr der alte Mann mit seinem Uraltgabelstabler, welcher extrem laut ist, umher, frei nach dem Motto: Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Auch ruhestörende Reparaturen mußten natürlich unbedingt an solchen Tagen stattfinden.
Aber es wurde noch "besser". Die Gartensaison begann und wir durften feststellen, daß Herr Lüdert immer und überall sein Radio dabei hatte. Und dessen Lautstärke ist keinesfalls so eingestellt, daß es nicht zu hören ist, ganz im Gegenteil. Es ist auf unserem Grundstück überall zu hören, man hört es sogar im Haus und das sogar bei geschlossenen Fenstern. Möchte man einfach mal die Natur genießen oder ein Buch lesen, dann ist das nicht möglich, weil ständig das Wummern des Radios zu hören ist. Eines Tages war der Sohn aus der Schweiz zu Besuch. Das Radio wurde schon morgens 9 Uhr eingeschaltet, mit einer Lautstärke, welche die auf der Straße vorbeifahrenden Autos übertönte. Die Bitte an den Sohn, die Lautstärke zu reduzieren, quittierte dieser damit, daß er Karl-Wilhelm Lüdert aufforderte, das Radio lauter zu stellen, was dieser auch tat.

Jedoch greife ich schon viel zu weit vor und kehre zurück in den Spätwinter des Jahres 2022.

Impressum